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  • Sascha Jurak

DANKE Trailrunning!

Aktualisiert: März 9

Achtung #echtschreibfehler

***Alle Rechtschreibfehler sind Spezialeffekte meiner Tastatur und sind daher nicht Kritikfähig***


Das Leben gleicht einem langen Trail in vielerlei hinsicht.


In jedem Traillauf geht es mal dem Berg hinauf und dann wieder hinunter. Ab und zu läuft man durch ein Tal ehe es wieder nach oben geht.

Es gibt leicht zu laufende Abschnitte und technisch sehr anspruchsvolle. Mal kommt ein schöner Singletrail, es darf auch eine breite Forststraße nicht fehlen - die gerade beim Downhill viel Spass macht da man hier Meter machen kann. Ab und zu kommt auch mal ein Asphaltkilometer vor. Diese mag ich persönlich am wenigsten. Es gibt nichts schlimmeres als auf Asphalt monoton einen Fuß vor den anderen schwingen. Ohne jegliche Herausforderung oder Notwendigkeit zur Konzentration. Einfach nur dahintrotten.


Von außen betrachtet scheint es eine sinnlose und reine Schinderei zu sein die nur anstrengend ist.

Tja hier die beruhigende Nachricht für alle die nicht laufen - JA es ist ein Schinderei und Plagerei ABER sie ist alles andere als Sinnlos :-)


Es ist eine schöne Metapher zum echten Leben und das ist ja nicht sinnlos, oder?


Im Leben gibt es auch höhen und tiefen. Mal fühlen wir uns gut und mal schlecht. Es geht bergauf und bergab und manchmal hat man eine Durststrecke dazwischen in der man nicht wirklich weiß ob es als nächstes nach oben oder unten gehen wird. Genauso kann ein Höhenflug länger andauern aber auch eine Tiefphase kann seine Zeit beanspruchen.


Beim Traillauf hast du in der Regel einen guten Plan bevor der Wettkampf losgeht. Immerhin hast du ein Streckenprofil das dir genau erklärt wann welche Höhenmeter anstehen. Wann die nächste Labestation erreicht ist.

Dazu gibt es noch die GPX Dateien mithilfe du dir als bis auf den Meter genau ansehen kannst wie die Strecke verläuft. Mit den GPX Dateien auf der Uhr hast du sogar das Navi mit das dir die nächste Abzweigung, die verbleibenden Höhenmeter und Kilometer ansagt, sodass du immer exakt weißt wo du gerade stehst.

Kurz vorm Start findet noch das Racebriefing statt. Hier wird dir in der Regel vom Race Director die Strecke bis aufs genaueste erklärt, sodass wenig Überraschungen (abgesehen von den traillauf üblichen Überraschungen :-) )stattfinden können und die höchste Sicherheit gewährleistet ist.


Das wär doch mal was ----- Wenn mir das jemand für mein Leben schreiben könnte!

Ein exakter Fahrplan wann es mir wie gehen wird :-)

Wann die nächste Ruhephase kommen wird. Wie lange die anspruchsvolle und belastende Zeit dauern wird.

Würdest du das gerne für dein Leben haben?


Ich denke wenn man eine tiefe Verbundenheit zu sich selber hat und seine inneren Werte kennt und die Antreiber von außen identifizieren kann.

Wenn man versteht das man immer nur im Augenblick reagieren und agieren kann.

Nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft - dann hat man einen ganz guten Plan für den Augenblick auf den es ankommt. Die Kunst besteht allerdings darin "Situationselastisch" und im Moment zu bleiben und die innere Verbundenheit zu sich selbst nicht zu verlieren.

Auf Deutsch sagt man oft "der gspiart sie nimma"

Das bedeutet soviel wie, er hat seine Verbundenheit zu sich selbst verloren.


Wer schon Ultratrails gelaufen ist kennt das Tal in dem es finster wird und man alles in Frage stellt. Hier kommt es dann auf die mentalen Fähigkeiten an und nicht mehr so auf die körperlichen um das rennen zu beenden.


Im Leben geht es um die innere Verbundenheit zu sich selber um nicht im Tal hängen zu bleiben. Die eigenen Werte müssen mit dem eigenen Leben bzw. mit dem was man tagtäglich tut im Einklang sein. Das Herz brennt für etwas und will genährt werden.

Wenn dies ins wanken gerät, gerät das leben ins wanken. Bildlich gesprochen, man kommt ins stolpern und es kann passieren das man fällt und nicht mehr aufstehen kann. Oder das Herz das für etwas brennt, brennt aus und es erlischt das feuer.


Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man sich die Zeit nehmen um über sich selbst, die innere Verbundenheit und die eigenen Werte nachzudenken bzw. zu reflektieren.


Wo stehe ich im Leben?

Was will ich im Leben?

Wie soll mein Leben aussehen?

Lebe ich nach meinen Werten?

Bin ich mit mir verbunden bzw. höre ich auf mich?

Muss ich mich in meinem Leben verbiegen und externen Antreibern folgen?


Es geht nicht immer um Antworten - oft ist es sinnvoller die richtige Frage zu kennen

Wenn du bei einem Ultra ins Loch fällst an dem du denkst du kannst nicht mehr, ziehst du das Register der mentalen Stärke um wieder auf die Beine zu kommen.

Du entscheidest hier ausschließlich für den Augenblick. Es gibt kein gestern und kein morgen.

Der einzige Antreiber den es hier gibt bist du selber. Deine inneren Werte und deine Verbundenheit zu dir selber und das du zu 100% hinter dem stehst was du gerade in diesem Augenblick machst (meistens zumindest) geben dir die Energie das du aufstehst und weiter läufst. Eventuell auch aus der Erfahrung, dass du schon mal durch diese Tal gegangen bist.


Diesen Gedanken möchte ich mit in mein Leben nehmen.

Wenn mein Herz für etwas brennt, wenn ich zu 100% hinter dem stehe was ich tue, wenn meine inneren Werte und meine Verbundenheit zu mir selber im Einklang sind - dann habe ich Zugang zu einer Energiequelle die nie versiegt.



Aus vollstem Herzen möchte ich Danke ans Trailrunning sagen ohne das ich diese Lektion nie gelernt hätte!


Also bis zum nächsten Mal wo wir uns wieder auf dem Trail treffen :-)




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