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  • Sascha Jurak

Mein Trail - eine Selbsterfahrung

Laufen ist im Grunde permanente Selbsterfahrung. 

Das hätte ich nie gedacht aber die Zeit die du (meistens) mit dir alleine verbringst ist enorm. Da kommst du schon ins grübeln. Die Zeit zur Selbstreflexion zu nutzen ist eine Möglichkeit, einfach nur die Natur genießen eine andere. ​


Ergebnisorientiert zu laufen ist eine Möglichkeit, Prozessorientiert eine andere.

Wenn du mich vor ein paar Tagen gefragt hättest ob ich Ergebnis - oder Prozessorientiert unterwegs bin hätte ich vehement verteidigt das ich natürlich Prozessorientiert unterwegs bin und mir das Ergebnis nicht so wichtig ist. Tja, nach ein paar Laufeinheiten habe ich mich auch hier etwas näher kennengelernt.  Aber nun mal kurz zurück an den Anfang.

Ich lese gerade ein Buch das ich beim Keller aufräumen gefunden habe. Sollte von Zeit zu Zeit gemacht werden, es ist unglaublich welche Schätze im Keller begraben sind :-) "Die Mentale Einstellung" von Dr. Thomas Wörz

In dem Buch geht es um die Mentale Einstellung von erfolgreichen (was immer man darunter definiert) Sportlern/Menschen und weniger Erfolgreichen. Was macht den Unterschied in der Einstellung und wie kannst du dich selber mental stärken? Unter anderem beschreibt er den Unterschied zwischen Ergebnisorientiert und Prozessorientiert. Ich möchte den Unterschied anhand eines Beispiels von zwei Bergläufern beim Rennstart erläutern.

Der Ergebnisorientierte Bergläufer ist bei der Startlinie gedanklich schon im Ziel und hat die Gipfel auf der Strecke schon bezwungen. Denkt an seinen ersten Post auf Instagram, die Zielzeit und die nächsten Rennen die folgen werden. Hauptsache der Lauf geht schnell vorbei und weiter zum nächsten.

Der Prozessorientierte Bergläufer steht an der Startlinie und hat im "Hinterkopf" sein Ziel vor Augen aber mit seiner ganzen Präsenz ist er im Hier und Jetzt. Er genießt es über die Berge zu laufen, sich harmonisch-rythmisch über die Trails zu bewegen und die Natur voll auf zu saugen. Er findet die Erfüllung in jedem Augenblick in dem er sich schnell und leicht nach oben hantelt.

Mir gefällt dieses Bild so gut denn ich denke es lässt sich auf alles im Leben umlegen. Im Job zähle ich vermutlich auch sehr oft zu den Ergebnisorientierung (glaubt mir das hätte ich vorher nicht gedacht). Der Prozessorientierte ist hier allerdings klar im Vorteil den er bleibt im Moment und dadurch wesentlicher flexibler. Der Ergebnisorientierte neigt allerdings eher dazu zu verkrampfen weil das exakt definierte Ziel erreicht werden muss und nur das zählt nicht aber der Weg.

Im Hier und Jetzt zu bleiben bedeutet nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren. Es ist wichtig erreichbare Ziele und Aufgaben zu haben und darauf hin zu arbeiten. Der Fokus und die Freude sollte allerdings in dem entspringen das gerade gemacht wird und nicht erst durch erreichen des Ziels. Wenn die gesamte Freude erst durch Zielerreichung entsteht läuft man Gefahr in ein Loch zu fallen wenn es erreicht wurde. So, nun habe ich das Ziel erreicht und was nun??? Ein neues Ziel muss her. Der Weg tritt komplett ins Abseits und man rennt nur mehr einem Ziel nach dem anderen hinterher, die Motivation und Freude schwinden.

Eine andere Sichtweise ist wenn, dass erreichen des Ziels das Abfallprodukt ist, das entsteht weil du das machst was du gerne machst!

Wenn du in deiner Handlung voll und ganz aufgehst brauchst du dir im normal Fall keine sorgen um die Zielerreichung zu machen. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel!

Als ich angefangen habe zu laufen war ich ganz klar ein prozessorientierter Läufer mit einem Hang zum Ergebnisorientierten Läufer. Es dauerte nicht lange und ich wurde eine Ergebnisorientierte Trainingsmaschine. Höher weiter schneller ausschließlich mit Blick am Ende. Bei manchem Läufen konnte ich mich nur dadurch motivieren, dass ich mir das Ende vorgestellt habe ... ja, ich gebe es zu auch durch den folgenden Instagram Post den daraus resultierenden Likes, Blog, ... usw.  Ich bin sehr froh darüber, dass mir das in den letzten paar Trainingseinheiten so bewusst geworden ist und ich nun dran arbeiten kann wieder mehr in das Hier und Jetzt zu "laufen". (Das heißt nicht das ich keine Blogs mehr schreibe oder keine Fotos mehr auf Instagram :-) )

Die Vorfreude auf den Lauf an sich zu kultivieren. Völlig im Augenblick auf zu gehen ohne Zukunft und Vergangenheit. Es ist sehr trügerisch den die Vergangenheit holt einen gern ein - lässt sich aber nicht mehr ändern. Das bedeutet es hat wenig positiven Einfluss abgesehen von den bereits erreichten Zielen oder durchgestandenen Strapazen aus den Erfahrungen man lernen kann. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben also warum darüber stundenlang den Kopf zerbrechen.

Ich denke wenn du im Hier und Jetzt voll aufgehen kannst schöpfst du die meiste Energie aus deiner Erfahrung (Vergangenheit) und erreichst deine Ziele (Zukunft) ohne das es sich wie Arbeit anfühlt.

Langfristig gesehen, im Job wie beim laufen, denke ich werden nur prozessorientierte wirklich Erfolgreich sein, denn das was Sie machen, machen sie gerne und das jeden Moment ihres Lebens.

Nachdem ich nun meine Jahresplanung der Rennen 2019 an denen ich teilnehmen möchte fertiggestellt habe und meine Trainingspläne immer für die nächsten Wochen feststehen kann ich mich zurücklehnen  und auf den Moment des Laufens konzentrieren. Der Rest wird mit Sicherheit von selber folgen.




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Achtung #echtschreibfehler ***Alle Rechtschreibfehler sind Spezialeffekte meiner Tastatur und sind daher nicht Kritikfähig*** Das Leben gleicht einem langen Trail in vielerlei hinsicht. In jedem Trail

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