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  • Sascha Jurak

St.Lorenz - Schober und Retour

Ein Blog von einem Trailrunning Einsteiger für Trailrunning Einsteiger. Im Grunde habe ich grundsätzlich erst im Mai zu laufen begonnen aber der Straßenlauf ist mir schnell zu langweilig geworden also bin ich bei jeder Gelegenheit auf einen Trail abgebogen.

Und heute soll der Tag sein an dem ich meine erste lange Runde laufe. Meine erste echte Trail-Runde :-) und ich habe viel dazugelernt.

Ich bin gerne vorbereitet also habe ich das auch hier getan. Online bei Gpsies (ich denke mal die meisten unter euch kennen das schon) habe ich eine nette Runde gefunden die ich nachlaufen wollte. Hier der Link zur Original Runde Schober Eibensee Drachenwand Runde 26 km und rund 2000Hm sind recht sportlich aber es soll ja eine Herausforderung sein. Allerdings dachte ich mir schon von Anfang an das ich den Jägersteig vom Almkogel zur Drachenwand und danach den Hirschsteig weglassen werde. Laut seinem Blog ist er die Runde im Oktober gelaufen und rät davon ab bei Schneebedingungen den Steig zu gehen. Da ich im November unterwegs bin dachte ich mir das Schnee liegen wird.

Aber nun zurück zu meinen Vorbereitungen: Also die Route hatte ich soweit mit kleinen Abänderungen fertig. Aber was nun alles mitnehmen?​ Um mir das alles besser vorstellen zu können legte ich alles auf die Couch auf

Ab den Dry Bags rechts ist Kleidung die ich getragen habe. Das Zeug links musste alles in den 5 Liter Rucksack.  Die Wettervorhersage war gut und ich konnte mit gutem Wetter rechnen, auch war ich nicht so hoch unterwegs, dennoch nehme ich Regenjacke und Regenhose mit.

Meine Packliste: 1,5 Liter Flüssigkeit sollten reichen, davon 1l Elektrolyt und 0,5l Wasser. Pocket Coffee darf nie fehlen :-) 6 Kohlenhydrat Gels 2 Energie Gels 2 1/2 Energieriegel (der halbe blieb noch von einem anderen Lauf über) eine gute alte Karte 1:50 000 Erste Hilfe Set Powerbank fürs Handy sollte es doch länger dauern Snowline Chainsen TRAIL - Schneeketten quasi, wer weiß was auf mich zukommt Stirnband (aufgrund der Kapuze dachte ich nicht das ich eine Haube brauchen werde) Zwei Buffs Taschentücher Handschuhe (leider habe ich mich für die dünnen entschieden) Regenjacke/Hose Dry Bag (der Salomon SLab hat hinten keinen Reißverschluss und ich wollte auch, dass die Dinge trocken bleiben, je nachdem wie viel ich mitnehme verwende ich hier einen Drybag der von der Größe passt. So kann ich auch alles aus dem hinteren Fach entnehmen ohne den Rucksack abnehmen zu müssen) Merinolongsleeve (sollte es richtig kalt werden) MP3 Player Handykopfhörer

Was habe ich angezogen: Baselayer T-Shirt Baselayer Long Shirt atmungsaktiver Hoodie mit Daumenschlaufen gefütterte lange Laufhose Kompressionsstrümpfe Trailrunningschuhe

Was habe ich weggelassen: Ärmlinge Creme Sonnebrille dicke Handschuhe die Aufbewahrungstasche der "Schneeketten" Stöcke (leider sind meine Stöcke beim letzten Lauf  kaputtgegangen und die neuen bekomme ich nach dem Lauf)

Ist das alles notwendig für diesen kurzen Run?

Jetzt mal zu den Hard Facts - was bin ich gelaufen

Länge:                                   18,39km Höhenmeter gesamt:      +1.769 m / -1.782 m niedrigster Punkt              493 m höchster Punkt                  1.287 m Dauer                                     3:09 h (Bewegungszeit - wobei die in diesem Fall nicht stimmt warum                                                           werdet ihr später lesen) Gesamtzeit                           ca. 5h (inkl. Fotopausen und Gipfelpausen :-) )​


Nun zum schönen Teil dem Trailrun

Voller Motivation bin ich gegen 7.30 Uhr von St.Lorenz gestartet. Beim Loslaufen war mir noch etwas kalt es hatte grad mal -2°C hat.  Der Weg geht zum Drachenwandklettersteig und führt dann gleich mal super gut beschildert Richtung Ruine Wartenfels und Schober.



Dieser Teil war der pure Genuss. Es geht zwar immer etwas bergauf aber die Bedigungen waren ein Traum. Der Single Traum war ein weicher Waldboden mit wenig Wurzeln und Steinen - schlichtweg perfekt zum laufen. Dann veränderte sich die Landschaft etwas und der Winter brach ein und der Nebel hüllte alles in sich ein. Es sah aus und fühlte sich an wie aus einem schlechten Märchenfilm. Es fehlte nur der Wolf vom Rotkäppchen.


Ich dachte mir schon das hie und da mal Schnee liegen wird aber gleich so ... Naja, egal vielleicht brauch ich ja die "Schneeketten" wirklich.

Angekommen bei der "Wanderkarte Wartenfels" schlug mein Herz höher, jetzt gehts endlich nach oben. Leider habe ich nicht links und rechts vertauscht (passier mir öfter) und bin so zuerst zum Frauenkopf hoch gelaufen. Es führen beide Wege zum Ziel daher ist es egal.



Als ich durch die Nebeldecke war konnte ich meinen Augen nicht glauben. Die erste Belohnung wurde mir zuteil :-) SONNE!!!! Das rote Hinweisschild "Schwer Aufstieg nur für geübte" lies mich wieder etwas in Demut verfallen und schnell wurde mein Trailrunning zu einem Trailwalking zu einem Wandern zu einem "Alter, da gehts aber rauf, UFF!"  ​Drum hier einfach mal ein paar Bilder zum genießen.




JUHUUU Ich bin da! Frauenkopf - Gipfel Nummer 1 check :-)


Ein kleiner Rundblick vom Frauenkopf



Aber nun weiter zum Schober, dauerte nicht lange und Gipfel Nummer 2 war bestiegen

Ein kleiner Rundblick vom Schober

Jetzt wollte ich die Runde zur Ruine Wartenfels laufen aber .... wo ist der Weg. Ich runter zum Hinweisschild! Mh .... es muss einen weiteren Weg oben geben also wieder rauf. Oben hin und her gelaufen ... bis ich schlussendlich Den Abstieg rückseitig vom Gipfelkreuz gefunden habe. Tja so kann man auch Höhenmeter machen. Der Abstieg erwies sich nicht als Traumtour. Es lag viel Schnee und daher kommt nur langsam voran. Zum Glück ist der Weg gut mit Stahlseilen gesichert. Und somit geht es wieder in den Nebel hinein. In das ungewisse :-)


Auch wenn auf den Fotos nicht zu erkennen aber die Ruine war wirklich da :-)

Nächster Halt Eibensee. Zum Glück war hier noch alles ganz gut beschildert also habe ich auch gleich mal den Weg gefunden. Dachte ich jedenfalls. Nach einer Weile habe ich meine Position auf GPXViewer kontrolliert und festgestellt das ich falsch bin. Egal, dachte ich mir die blaue Linie kreuzt weiter vorne, so wie es auf dem Handy aussieht, wieder meine Lauflinie und dann bin ich auch schon wieder auf Track.  Ich hatte Glück und es hat funktioniert. Ich habe die Forststraße Eibenweg gefunden.

Die Freude dauerte nicht lange denn wieder habe ich eine Abzweigung ausgelassen und bin ca. 2km zu weit gelaufen. Wie ich drauf gekommen bin? Der Weg war einfach zu Ende. Mit zu Ende meine ich aus und vorbei. Die Forststraße ging nicht weiter.

Umdrehen? Oh mann alles zurück!

Nein dazu hatte ich keine Lust also wieder Handy raus, GPS check und vielleicht treffen sich die Wege ja wieder. Also bin ich off the Trail den Hang einfach bergauf. Normalerweise verlasse ich den Trail nicht aber in diesem Falle dachte ich mir ich kann eine Ausnahme machen, is quasi sowas wie ein Notfall. Ich folgte einfach den Gämsen die vor mir den Berg rauf sind und versuchte ihre Pfade zu nutzen. Ich schätze mal ca. 100 Meter schnurstracks nach oben und 50 Meter nach rechts entdeckte ich einen Pfad inkl. Wegmarkierung. Also folgte ich dieser. Wird schon wohin führen. Hier kommt nun die Zeitmessung die ich am Anfang erwähnt habe ins Spiel. Das Gelände war extrem Steil und an ein laufen oder schnelles gehen war nicht zu denken, vor allem weil der Trail weder ausgetreten noch gut zu erkennen war. Die Wegmarkierungen waren teils sehr weit voneinander entfernt sodass ich immer wieder mal den Weg raten musste. Daher war ich sehr langsam unterwegs. Wie ich zuhause feststellte war ich noch langsamer als sehr langsam unterwegs. Meine Uhr ist so eingestellt (man lernt nie aus) das sie unter 2 km/h automatisch auf Pause geht. Und ich war langsamer. Somit fehlt mir vermutlich 1h an Bewegungszeit :-) Das ist ungefähr die Zeit die ich benötigt habe bis ich mir gedacht habe, aus und Schluss der Trail ist mir zu wenig zum Laufen und ich steige einfach wieder ab.  Handy raus, GPS gecheckt und festgestellt das der richtige Trail bzw. die Forststraße ca. 200m unter mir liegt. Also nichts wie runter. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich mich gefreut habe als wieder auf die Forststraße zurück kam.

Nach dieser Exkursion ging es ziemlich schnell. Der Eibensee war schnell erreicht. Direkt hin gelaufen bin ich dann aufgrund der Zeit nicht mehr aber ich konnte ihn vom Marienköpfl und am Weg dorthin erblicken.

Marienköpfl Gipfel Nummer 3


Ein kleiner Rundblick vom Marienköpfl


Weiter gehts zum Almkogel. Hier war wieder alles perfekt beschildert sodass auch ich mich nicht mehr verlaufen konnte. Hier noch ein paar Eindrücke.


Durch den Nebel war das letzte Gipfelkreuz zu erspähen

Almkogel Gipfel Nummer 4


Den Rundumblick vom Almkogel erspar ich euch, wie ihr am Foto seht war alles "weiß" und Nebelverhangen. 

Fazit

Eine wunderschöne Runde die ich sicher wieder laufen werde. Ich freue mich schon drauf denn beim nächsten mal werde ich mich nicht verlaufen (schnell 3x auf Holz geklopft) Zum Teil war es bereits etwas zu winterlich um mit den Trailrunningschuhen unterwegs zu sein auch wenn mich diese sehr überrascht haben.

Schuhtest Ich habe den cloudventure von ON auf dieser Tour getestet und war begeistert. Die Passform ist ideal für meine breiten füßen und er hat Grip bewiesenauf allen Passagen. Ich wollte beim Downhill die "Schneeketten" anlegen habe aber dann darauf verzichtet weil ich wissen wollte ob der Schuh genug Grip aufbringt und das tut er. Als ich allerdings zuhause angekommen bin und den Schuh waschen wollte habe ich gesehen das eine Cloud auf der Sohle gerissen ist. Und das nach nicht einmal 60 km. Also ging der Schuh noch heute an den Absender retour.  Schade eigentlich den wie gesagt die Passform ist super. Ach ja ein weiterer Grund beim Cloudventure vorsichtig zu sein - wenn es nass wird beginnt er zu quietschen und das nervt echt.

MP3Player Bleibt das nächste mal zu hause. Völlig unnötig in der Natur das Ding mit zu schleppen.

Essen/Trinken Ich denke das will beim Traillaufen wirklich geübt werden. Es ist weniger das neben dem laufen essen und trinken es ist vielmehr das "nicht darauf vergessen" Einen Liter habe ich gut getrunken und das ist für die Dauer einfach zu wenig.  Energiegels ... mh damit experimentiere ich bei jedem Lauf herum. Diesmal habe ich die Energiegels der Marke SIS mit gehabt. Sie sind gut. Zumindest bekomme ich kein Sodbrennen aber so richtig glücklich macht mich dieses Chemische Zeug nicht. Wenn ihr Vorschläge habt freue ich mich auf Kommentare. Irgendwie muss ich versuchen da etwas selber hinzukriegen mit mehr Natur (Obst,Nüsse) und weniger Chemie.

Was hat gefehlt? Gaiters ... definitiv Gaiters ... meine Schuhe waren ständig voll von irgendwas. Habe mir heute noch welche bestellt.



So dass wars auch schon wieder ... Wünsch euch noch eine schöne Zeit

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Achtung #echtschreibfehler ***Alle Rechtschreibfehler sind Spezialeffekte meiner Tastatur und sind daher nicht Kritikfähig*** Das Leben gleicht einem langen Trail in vielerlei hinsicht. In jedem Trail

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